Blutegeltherapie

Glitschig und eklig?

Blutegel sind farbige, elegante Schwimmer, ungefährlich und gar nicht eklig. Und sie helfen – so gut, dass seit vielen Jahrtausenden Menschen und Tiere sich ihre Heilkünste zu Nutze machen!

Tiere wissen instinktiv um die Heilkraft der Egel. So gehen z.B. Rinder, Wasserbüffel, Schafe und Pferde mit Gelenkproblemen ganz gezielt in Gewässer, in denen Blutegel leben, und warten geduldig, bis die kleinen Helfer sich ihre winzige Mahlzeit holen und zum Dank helfende Sekrete im Körper des Patienten hinterlassen.

Was kann behandelt werden?

Die Blutegeltherapie ist empfehlenswert z. B. bei:

  • Gelenkentzündungen
  • Sehnenentzündungen
  • Bluterguss, Quetschung, Prellung
  • Arthrosen (HD,ED)
  • Spondylose
  • Abszessen, Furunkeln, Phlegmonen

 

 

Wie wird behandelt?

Nach der Reinigung und einer Durchblutungsförderung der Ansatzstelle werden die Blutegel auf den vorgesehenen Bereich angesetzt. Bei langhaarigen Tieren muß ggf. eine kleine Stelle des Fells abrasiert werden. Die Tiere bemerken den Biss des Blutegels kaum. Der Egel saugt ca. 30 Minuten und fällt danach von selbst ab. Die Nachblutung dauert je nach Tierart zwischen 4 und 12 Stunden und sollte keinesfalls unterbunden werden. Die Nachblutung bewirkt eine Reinigung der Wunde und ist wesentlicher Bestandteil der Therapie.

Wer kann nicht behandelt werden?

Die Blutegeltherapie sollte bei Tiere mit einem Gewicht unter 7 kg nicht angewandt werden. Ebenfalls auszuschließen sind Tiere mit Diabetes mellitus, mit Wundheilungsstörungen und schweren Anämie. Für Katzen ist die Behandlung nur bedingt geeignet.

Einige Fakten
  • In den Speicheldrüsen der Egel sind hochwirksame Substanzen, aber keine Krankheitserreger zu finden
  • Ihr Biss wird meist mit der Berührung einer Brennnessel verglichen
  • Überall, wo Blutegel vorkommen, werden sie von Mensch und Tier zur Heilung oder Linderung genutzt
  • Blutegel leben bis zu zwei Jahre von einer Mahlzeit